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Zwei Berichte zum nachdenken!

 

 

Wir haben diesen interessanten Bericht von Nadis Meier gefunden und mussten feststellen, dass dies oft genauso gemacht wird. Wir haben alle eine große Verantwortung und sollten deshalb nicht gleichgültig sein. Es geht um die Sicherheit unserer Kinder im Wasser.

 

 

 Wenn Eltern für ihr Kind schummeln.

 

Neulich im Hallenbad. Meine und andere Kinder strampelten sich im Wasser ab, denn es war die letzte Lektion des Schwimmkurses – also quasi Prüfungstag. Wobei die Schwimmlehrerin es eben nicht so macht, dass bloss eine Momentaufnahme zählt. Sondern: Sobald die Kinder alle Übungen korrekt ausführen können, bekommen sie eins der begehrten Grundlagentestabzeichen zum Aufnähen. Das kann in der drittletzten Lektion sein oder in der letzten. Oder eben gar nicht.

 

Die Kinder, die das Abzeichen noch nicht erhalten hatten, legten sich am letzten Tag natürlich besonders ins Zeug. Sie zeigten je nach Niveau das Motorboot, den Superman oder den Haifisch – so gut es eben ging. Die Mütter und auch einige Väter schauten zu, winkten aufmunternd und streckten bei Blickkontakt mit dem Kind sofort beide Daumen nach oben.

 

Die Schwimmlehrerin machte Notizen, nickte und sagte öfters «Komm, versuch es noch mal». So auch bei einem Jungen, nennen wir ihn Fritz, der die Seerose übte. Fünf Sekunden lang bewegungslos auf dem Rücken im Wasser liegen, ohne unterzugehen – ganz schön schwierig. Fritz sah nicht aus wie eine Seerose, sondern wie eine kleine Titanic, die havariert zur Seite kippt und leise untergeht. Nach fünf missglückten Versuchen sagte die Schwimmlehrerin: «Komm Fritz, zeigt mir noch mal den Froschsprung, den kannst du so gut.» Fritz sprang, und dann war die Stunde um. Ein Abzeichen bekam Fritz auch. Zwar nicht das angepeilte Seepferd, sondern den Biber – ein sogenanntes Motivationsabzeichen. Damit trottete er schniefend zur Mutter, die neben mir auf der beheizten Bank sass.

 

Die Mutter schimpfte nicht. Sie wühlte in ihrer Badetasche und präsentierte lächelnd – nein, kein Taschentuch – ein Seepferd-Schwimmabzeichen. Hä? Ich schaute sie irritiert an und fragte, ob sie Schwimmlehrerin sei. «Nei, nei», lachte sie, das Seepferd habe sie im Internet ersteigert. Der Fritz hätte sich ja solche Mühe gegeben, und da habe sie gut vorbereitet sein wollen für den Fall, dass die strenge Schwimmlehrerin ihn durchfallen lasse. Sie streichelte Fritz über die Badekappe. Der Junge strahlte, in der linken Hand den Biber, in der rechten das Seepferd.

 

Fritz hat fürwahr viel gelernt an diesem Tag. Zwar nicht die Seerose. Dafür aber, dass er alles kriegen kann – nicht durch eigene Leistung, aber dank dem Mami, das die Realität zu Fritz‘ Gunsten zurechtbiegt. Ausserdem hat er gelernt, dass es schlimm ist, wenn man versagt. Und dass es beim Schwimmkurs in erster Linie um die Abzeichen geht, nicht ums Schwimmenlernen.

 

Die Mutter von Fritz hat ihn erfolgreich vor dem Scheitern bewahrt. Und ihm damit eine zweifelhafte Lektion erteilt. Sie hat ihren Sohn um die wichtige Erfahrung betrogen, enttäuscht und traurig zu sein. Fritz hätte lernen können, dass es gar nicht sooo schlimm ist, wenn man den Schwimmtest nicht auf Anhieb besteht. Dass das Leben weitergeht, auch wenn man eine wirklich miese Seerose ist. Und dass man eine ganz passable Seerose werden kann, wenn man eine Weile oder noch ein bisschen länger übt.

 

All das hat Fritz aber nicht gelernt. Aber schwimmen soll er lernen. Deshalb wird ihn seine ehrgeizige Mutter für den nächsten Schwimmkurs anmelden, «bei einer anderen Schwimmschule natürlich». Dort wird Fritz das Froschabzeichen holen. Wenn nötig mithilfe des Internets.

 

Quelle: https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/65352/wenn-eltern-fuer-ihr-kind-schummeln/     Von Nadia Meier, 5. Februar 2016

 

 

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Dieser Text von Lucas Hansen, ist schon etwas älter, leider trifft er jedes Jahr wieder zu. Gerade im Sommer am See, in den Schwimmbädern, am Meer oder Fluss, sollten wir unsere Kinder niemals aus den Augen lassen. Es geht so schnell und bis wir es merken ist es oft zu spät. Es gibt nichts Wichtigeres als unsere Kinder, da kann alles andere auch mal in der Freizeit warten. Oder?

 

 

„Warum ist sie plötzlich so still im Wasser?“

 

Mama, Papa und ich waren schon einige Male im Urlaub. Es war immer toll. Aber jetzt bin ich schon ein großes Mädchen. Sieben Jahre alt und nach dem Urlaub komme ich in die zweite Klasse. Extra für den Urlaub habe ich lange Schwimmen geübt und sogar mein Seepferdchen bestanden. Mama und Papa waren so unendlich stolz. Ihr großes Mädchen kann richtig schwimmen. Wir genossen jeden Tag am Strand. Wir waren oft zusammen im Wasser, tollten herum, aber ich konnte einfach nicht genug vom Wasser bekommen. Mama und Papa brauchten zwischendurch einfach eine Pause. Sie gingen aus dem Wasser und schauten mir zu, während ich alle möglichen Kunststücke vollführte.

 

Ich setzte mich an den Strand und genoss, wie das Wasser meine Beine umspülte. Ich schaute nach hinten, fixierte meine Mutter und wir lächelten uns an. Sie legte sich zurück und genoss die Sonne. Papa las seine Zeitung. Mir war langweilig. Ich ging wieder ins Meer. Soweit wie ich laufen konnte. Dann schwamm ich in Richtung Strand und wieder zurück. Immer wieder. Plötzlich kam eine Welle, drückte mich unter die Wasseroberfläche und zog mich weiter hinaus. Sie war kalt. Meine Gliedmaßen verfielen in Starre. Ich versuchte, mich zu bewegen und meinen Kopf wieder über die Wasseroberfläche zu heben. Es ging einfach nicht, aber irgendwann hatte ich es geschafft. Mein Kopf war wieder über Wasser.

 

Jetzt würden sie mich sehen und mir helfen. Ich versuchte zu schreien, aber aus meinem Mund kam kein Ton. Mein Körper wollte nur atmen. Für Schreien hatte er ein keine Zeit. Nach Sekundenbruchteilen war mein Mund wieder unter Wasser. Mir war unendlich kalt und ich hatte Angst. Je mehr ich kämpfte, desto schwächer wurde ich. Ich wollte winken, aber meine Arme taten es nicht. Sie versuchten mich und meinen Kopf über Wasser zu halten. Ich sah Mama, wie sie in der Sonne lag, und Papa, wie er in seiner Zeitung blätterte. Mama blickte kurz auf und sah mich planschen. Sie machte sich keine Sorgen, weil ich eine gute Schwimmerin war. Kein Anzeichen deutete auf eine Gefahr hin. So ruhig wie ich im Meer schwamm. Sie schloss wieder die Augen. Danach wurde es still und dunkel.

 

Nach einer Minute schaute meine Mutter wieder auf und schmunzelte und dachte: „Sie spielt wieder toter Seemann." - ich trieb auf dem Meer - "So ein verrücktes Huhn. Aber ist das nicht schon ein wenig lange. Kann sie wirklich so lange die Luft anhalten.“ Meine Mutter rüttelte an Papa. Er sprang auf und rannte ins Meer. Er erreichte meinen treibenden Körper, dreht mich um und wollte mit mir schimpfen. Was ich nur immer für einen Unsinn mache. Er schaute mich an und blickte in meine offenen, aber leeren Augen. Ich bewegte mich nicht mehr, ich atmete nicht mehr….

 

In diesem Fall eine traurige Vorstellung, die zu oft traurige Realität wird. Realität wird, weil beim Thema Ertrinken Realität und Vorstellung eben so weit voneinander entfernt sind. Ertrinken geschieht nicht so, wie man es aus Filmen und Baywatch kennt. Fast niemand schreit laut um Hilfe und rudert wild mit den Armen, um auf seine Situation aufmerksam zu machen. Das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Menschen und vor allem Kinder ertrinken „ruhig“, lautlos und unbemerkt. Niemand, selbst in unmittelbarer Nähe nimmt den Todeskampf wahr oder kann die Anzeichen überhaupt deuten.

 

Es hat mit unserem Lebenserhaltungstrieb und unseren Reflexen und deren Priorisierung zu tun. Ertrinkende schreien nicht, sie versuchen Luft zu bekommen. Ertrinkende winken nicht, sie versuchen über Wasser zu bleiben. Ertrinkende haben verdammt wenig Zeit. Das Unterbewusstsein übernimmt. Der Körper spielt sein Lebenserhaltungsprogramm ab. Wehren kann man sich nicht.

 

Das verhindert unser Körper. Der Körper wird die Sekundenbruchteile, die der Mund über der Wasseroberfläche ist, dazu nutzen zu atmen. Atmen hat immer Priorität. Genauso wie die Arme ihren Dienst verweigern, da sie damit beschäftigt sind, den Köper über Wasser zu halten. Kein Winken. Ertrinken sieht nicht wie Ertrinken aus und hört sich auch nicht so an.

 

Und Ertrinken geht verdammt schnell.

 

Ertrinken ist übrigens nach Verkehrsunfällen der zweithäufigste Unfalltod bei Kindern. Sie ertrinken zuweilen, während jemand zusieht und nicht erkennt, was gerade geschieht. Vielleicht sogar Mama oder Papa.

 

Ich schreibe den Text, weil ich das bisher für mich gar nicht so wahrgenommen habe, aber letztens einen Artikel dazu las, der mich aufrüttelte.

 

Wie oft lese ich bei hohen Temperaturen, dass man Kinder und Tiere nicht im Auto lassen soll, weil sie dehydrieren und im schlimmsten Fall sterben könnten.

 

Über das o.g. las ich bisher keinen Beitrag auf Facebook. Niemand hat ein schickes Bild geteilt und immer wieder auf die Gefahr aufmerksam gemacht.

 

Ertrinken geschieht halt auch in der Öffentlichkeit oder bei Facebook still. Keine Warnung. Kein Bild. Ertrinken ist halt weiter weg als das eigene Auto.

 

Vielleicht können wir das gemeinsam ändern, in dem ihr diesen Beitrag teilt. Die wenigsten Menschen machen sich nämlich Gedanken über den Strandurlaub, den kurzen Ausflug an den See oder Fluss oder sogar das Schwimmbecken im Garten.

 

2017 sind übrigens - nur in Deutschland - 46 Kinder ertrunken. Von einem Hitzetod im Auto habe ich bislang die letzten Jahre nichts gelesen.

 

Im Schnitt hat ein Ertrinkender übrigens 20-60 Sekunden.

 

Vielleicht sollte man die Zeitung oder das Sonnenbad doch gemeinsam genießen...

 

Nachdenklich...

 

Liebe Eltern, bitte lasst eure Kinder nicht ganz alleine im und am Wasser spielen. Ein Seepferdchen-Abzeichen bedeutet nicht, dass die Kinder alleine ans Wasser gehen und sicher schwimmen können. Dieses Abzeichen wird oft falsch verstanden, Kinder brauchen weiterhin eine Aufsichtsperson, da Sie unerwartet und schnell in Wassernot geraten können.

 

Quelle: Unter Druck Tauchservice + Aquasport SSI Dive Center Herr Von Lühmann

 


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Deutsche Prüfungsordnung Schwimmen

 

ab 01.01.2020

 

Frosch (Motivationsabzeichen)

 

Leistungsanforderungen

  • Ein Kind kann ohne Hilfe nicht frei Schwimmen.

 

 

Delfin (Motivationsabzeichen)

Die Anforderungen für das Abzeichen Seepferdchen sind nicht alle erfüllt worden. Auf der Urkunde werden die Leistungen vermerkt.

 

Leistungsanforderungen

  • Sprung vom Beckenrand:  Ja/Nein
  • Herraufholen eines Gegenstandes aus schultertiefem Wasser:  Ja/Nein
  • Ein Kind kann ohne Hilfe 1m bis 50m schwimmen. (Die Zurückgelegten Meter werden angegeben.)

 

 

    Bildergebnis für seepferdchen abzeichen

Frühschwimmer / Seepferdchen

Leistungsanforderungen

  • Sprung vom Beckenrand mit anschließendem 25 m Schwimmen in einer Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage. (Grobform, während des Schwimmens in Bauchlage erkennbar ins Wasser ausatmen)
  • Heraufholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem Wasser (Schultertiefe bezogen auf den Prüfling)
  • Kenntnis von Baderegeln * (Erläuterung siehe ganz unten)

 

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Deutsches Schwimmabzeichen – Bronze

Leistungsanforderungen

  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 15 Minuten Schwimmen. In dieser Zeit sind mindestens 200 m zurückzulegen, davon 150 m in Bauch- oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 50 m in der anderen Körperlage (Wechsel der Körperlage während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten).
  • einmal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines kleinen Gegenstandes (z.B. kleiner Tauchring).
  • Ein Paketsprung vom Startblock oder 1-m-Brett.
  • Kenntnis von Baderegeln

Ab Bronze erhält jeder einen Schwimmpass, dieser muss gut aufgehoben werden. Sollte ein Pass verloren gehen, dann gibt es keinen Nachweis mehr über die Schwimmleistung/en (Bronze, Silber und/oder Gold).

 

 Bildergebnis für silber abzeichen

Deutsches Schwimmabzeichen – Silber

Leistungsanforderungen

  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 20 Minuten Schwimmen. In dieser Zeit sind mindestens 400m zurückzulegen, davon 300m in Bauch- oder Rückenlage, in einer erkennbaren Schwimmart und 100m in der anderen Körperlage (Wechsel der Körperlage während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten).
  • zweimal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines kleinen Gegenstandes (z.B. kleinen Tauchringen).
  • 10 m Streckentauchen mit Abstoßen vom Beckenrand im Wasser.
  • Ein Sprung aus 3 m Höhe oder 2 verschiedene Sprünge aus 1m Höhe. (Wenn kein 3 m Turm vorhanden ist.)
  • Kenntnis von Badregeln und Verhalten zur Selbstrettung (z. B. Verhalten bei Erschöpfung, Lösen von Krämpfen).

 

  Schwimmabzeichen Gold

Deutsches Schwimmabzeichen – Gold

Leistungsanforderungen

  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 30 Min. Schwimmen. In dieser Zeit sind mindestens 800 m zurückzulegen, davon 650 m in Bauch- oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 150 m in der anderen Körperlage (Wechsel der Körperlage während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten).
  • Startsprung und 25 m Kraulschwimmen.
  • Startsprung und 50 m Brustschwimmen in höchstens 1:15 Minuten.
  • 50 m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder Rückenkraulschwimmen.
  • 10 m Streckentauchen aus der Schwimmlage (ohne Abstoßen vom Beckenrand).
  • Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen von drei kleinen Gegenständen (z.B. kleinen Tauchringen) aus einer Wassertiefe von etwa zwei Metern innerhalb von 3 Minuten mit höchstens 3 Tauchversuchen.
  • ein Sprung aus 3 m Höhe oder 2 verschiedene Sprünge aus 1 m Höhe. (Wenn kein 3 m Turm vorhanden ist.)
  • 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen.
  • Kenntnis der: Baderegeln, Hilfe bei Bade- Boots und Eisunfällen (Selbstrettung und einfache Fremdrettung)

 

Anforderung für das Ausdauerschwimmabzeichen Totenkopf

 

Totenkopfschwimmer in Schwarz

Leistungsanforderungen

  • eine Stunde Schwimmen ohne Berührung des Beckenrandes
 

Totenkopfschwimmer in Silber

Leistungsanforderungen

  • eineinhalbe Stunden Schwimmen ohne Berührung des Beckenrandes
 

Totenkopfschwimmer in Gold

Leistungsanforderungen

  • zwei Stunden Schwimmen ohne Berührung des Beckenrandes

 

Die Totenkopfschwimmer gehören nicht zu den offiziellen Schwimmabzeichen der Deutschen Prüfungsordnung Schwimmen / Rettungsschwimmen

 

 

 

Theoretische Prüfungsleistung

für das Abzeichen: "Seepferdchen, Bronze, Silber und Gold"

 
 
Jedes Kind muss die Baderegeln verstehen können, um sich sicher im und am Wasser bewegen zu können.
Auch sollen die Baderegeln Badende vor Unfällen schützen und auf mögliche Gefahren hinweisen, die aus Übermut und Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten entstehen können.
 
                       

Die Baderegeln

 

  • Ich laufe im Schwimmbad immer langsam und renne nicht, sonst kann ich stürzen und mich verletzen.
  • Wenn ich Pipi muss, dann gehe ich auf die Toilette. Ich halte das Wasser immer sauber.
  • Ich kühle mich ab, bevor ich ins Wasser gehe.
  • Ich gehe als Nichtschwimmer nur bis zur Brust ins Wasser. Meine Eltern bleiben in meiner Nähe.
  • Ich schwimme alleine nie weit hinaus. Ich könnte sonst nicht mehr ans Ufer/Land kommen.
  • Ich sehe nach, ob das Wasser tief genug ist und frei ist. Erst dann springe ich, da ich mich und andere nicht verletzen möchte.
  • Ich gehe immer vorsichtig ins Wasser und warne bei Gefahr auch andere.
  • Ich lasse Tiere und Pflanzen in Ruhe, es ist Ihr zuhause.
  • Bei Gewitter gehe ich sofort aus dem Wasser. Der Blitz könnte mich treffen.
  • Ich bade nicht wo Schiffe fahren, da sie mich übersehen können.
  • Bei Wind und Strömung spiele ich nicht mit Luftmatratze im Wasser. Ich könnte abgetrieben werden.
  • Ich nehme Rücksicht auf andere Badegäste.
  • Ich gehe zum Schwimmmeister, wenn ich Hilfe brauche.
  • Ich schupse niemanden ins Wasser, da ich nicht weiß ob er schwimmen kann.
  • Ich helfe anderen, wenn sie Hilfe brauchen. Es reicht, wenn ich Hilfe rufe/hole.
  • Ich rufe nie um Hilfe, wenn ich nicht wirklich in Gefahr bin. Es könnte ein Anderer Hilfe brauchen und bekommt wegen meinem Spaß keine und geht unter.
  • Ich halte das Wasser und seine Umgebung sauber. Abfälle werfe ich in den Mülleimer oder nehme sie mit nachhause.
  • Ich trockne mich nach dem Baden ab und ziehe trockene Sachen an, damit ich nicht friere.
  • Ich schütze mich bei starker Sonne, da ich keinen Sonnenbrand möchte.
  • Ich mache eine Pause, wenn ich friere oder müde bin.
  • Ich gehe nur zum Baden, wenn ich mich wohl fühle.
  • Ich gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser. Ist mein Bauch leer, habe ich keine Kraft und bei vollem Bauch könnte mir schlecht werden. Ich muss dann eine Stunde warte bis ich wieder schwimmen gehen kann.
  • Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst.
  • Aufblasbare Schwimmhilfen bieten mir keine Sicherheit im Wasser, wenn die Luft rausgeht, kann ich unter gehen.
  • Ich überschätze mich und meine Kraft nicht, da ich sonst untergehen könnte.
  • Ich bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren. Sie sind groß und können mich verletzen oder überfahren.
  • Ich stoße niemanden ins Wasser, da ich nicht weißt ob die Person schwimmen kann.
  • Ich nehme niemals Glasflaschen mit ins Schwimmbad, beim herunter fallen kann sie zerbrechen und die Scherben verletzen mich.

 

Ab den Abzeichen Bronze, Silber und Gold, kommen die unten aufgefürten Informationen zur Theorieprüfung dazu.

 

Jedes Kind muss die Baderegeln verstehen können. Erläuterung betreffend des "Seepferdchen" siehe ganz unten. *

 

 

 

Die Eisregeln

 

  • Gehe nicht gleich an den ersten kalten Tagen aufs Eis!
  • Achte auf Warnungen im Radio und in der Zeitung.
  • Erkundige dich beim zuständigen Amt, ob das Eis schon trägt!
  • Betritt einen See erst, wenn das Eis 15 Zentimeter dick ist. Ein fließendes Gewässer erst, wenn das Eis 20 Zentimeter dick ist.
  • Lege dich flach aufs Eis und bewege dich vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer, wenn du einzubrechen drohst.
  • Verlasse das Eis sofort, wenn es knistert und knackt!
  • Gehe nie allein aufs Eis!
  • Rufe nie um Hilfe, wenn Du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
  • Um das Gewicht zu verteilen, rette andere mit einem Brett, einer Leiter oder einem umgedrehten Schlitten.
  • Rufe nach der Rettung einen Notarzt. Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein.
  • Wärme den Geretteten mit Decken und trockenen Kleidern wieder auf.
  • Hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.

 

Verhalten bei Erschöpfung!

 

Wenn man sich im Wasser zu sehr angestrengt hat, kann es vorkommen, dass man keine Kraft mehr hat, um ans Land zurück zu schwimmen. Deshalb ruhe dich im Wasser aus, bevor du versuchst weiter zu schwimmen.

  • Ausruhen in Rückenlage: Lege dich flach auf den Rücken und tauche den Kopf bis zu den Ohren ins Wasser. Dabei wird das Kinn leicht zur Brust gezogen. Bewege die Arme und Beine nur ein wenig sodass dein Kopf über Wasser bleibt. Atme ruhig und gleichmäßig ein und aus.
  • Ausruhen bei Wassertreten: Lass die Beine absinken und bewege die leicht angestellten Handflächen an der Wasseroberfläche. Dabei bewegen sich die Füße abwechselnd auf und ab. (Treppensteigen).

 

Verhalten beim Muskelverkrampfungen!

 

Bei längerem Aufenthalt im Wasser kann es bei Unterkühlung oder Überanstrengungen zu Muskelkrämpfen kommen. Dabei ziehen sich die Muskeln zusammen, werden unbeweglich und schmerzen. Bleibe ruhig und versuche ans Ufer zu kommen. Kannst du das nicht, musst du versuchen den Krampf im Wasser zu lösen, indem du den schmerzenden Muskel streckst. Dieses musst du mehrmals hintereinander machen.

  • Der Wadenkrampf: Lege dich auf den Rücken, fasse deine Fußspitze an und ziehe sie zum Körper hin. Die freie Hand drückt auf die Kniescheibe, damit das Bein gestreckt ist.
  • Der Oberschenkelkrampf: Lege dich dabei auf deinen Rücken und fasse den Unterschenkel am Fußgelenk an und drücke ihn gegen den Oberschenkel. Mach dabei ein Hohlkreuz.
  • Magen -/ Bauchdeckenkrampf: Legen dich auf den Rücken und ziehe beide Beine an deine Brust. Die Hände umfassen dabei die Unterschenkel. Nun strecke deinen ganzen Körper ruckartig.
  • Der Fingerkrampf: Hast du in den Fingern einen Krampf, musst du die Hand zu einer Faust ballen und sie ruckartig wieder öffnen.

 

Verhalten, wenn ein Boot umkippt ohne unterzugehen!

 

  • Bleibe beim Boot, denn man unterschätzt die Entfernung zum Ufer.
  • Wenn du mit mehreren Personen im Boot warst, überprüfe, ob noch alle da sind und sich keiner unter dem Boot befindet. (Zählen, Rufen).
  • Wenn das Boot leicht ist, versucht es wieder umzudrehen, ohne dass jemand in Gefahr gerät.
  • Ruhe bewahren und um Hilfe rufen.
  • Merke: Wer im Boot sitzt muss immer eine Rettungsweste tragen.

 

Erschöpfung

 

Bist du erschöpft und kannst nicht weiterschwimmen, solltest du dich in die Rücken- oder Bauchlage begeben

 

Toter Mann“ – Rückenlage

  •  Lege dich flach auf den Rücken.
  • Tauche den Kopf bis zu den Ohren ein.
  • Sorge mit den Händen und Beinen für das Gleichgewicht.
  • Liege möglichst ruhig und erhole dich.
  • Falls möglich: Mache andere auf dich aufmerksam.

 

Froschlage – Bauchlage

  • Lege dich entspannt auf den Bauch.
  • Lege das Gesicht ins Wasser.
  • Hebe nur zum Einatmen den Mund kurz aus dem Wasser. Atme ruhig und langsam ins Wasser aus

 

Muskelkrampf

 

Kommt es zu einem Muskelkramp, solltest du versuchen diesen zu lösen.

 

Oberschenkelkrampf

  •  Fasse den Unterschenkel am Fußgelenk.
  • Ziehe die Ferse Richtung Gesäß.

 

Wadenkrampf

  •  Fasse die Fußspitze und ziehe sie zum Körper.
  • Strecke das Bein (freie Hand drückt oberhalb des Knies).

 

Fingerkrampf

  • Finger wiederholt zur Faust schließen und ruckartig strecken.

 

Unterarmkrampf

  •  Handflächen aneinanderlegen und die Hände so drehen, dass die Fingerspitzen zur Brust gerichtet sind.

 

Nachbehandlung von Krämpfen:

  • Nach Lösung des Krampfes solltest du das Wasser verlassen, da der Krampf sich oft wiederholt. An Land wird der verkrampfte Körperteil massiert und gebürstet, damit er erwärmt und gut durchblutet wird. Du solltest am gleichen Tag nicht mehr schwimmen.

 

Strömungen und Strudel (Wirbel)   "Vermeide als Schwimmer strömende Gewässer!"

 

Strömungen

Strömungen entstehen in Gewässern, in denen etwas drin ist:

  • Brückenpfeiler, Felsen, Büsche und Bäumen.
  • Davor und dahinter können sich Wirbel bilden, die dem Schwimmer gefährlich werden können. Als Schwimmer kannst du hier hinein und unter Wasser gedrückt werden.

Was tun, wenn man in eine Strömung kommt?

  • Nicht dagegen anschwimmen!
  • Versuche den kürzesten Weg zum Ufer zu schwimmen.
  • Lasse dich mit der Strömung treiben und versuche schräg mit der Strömung zum Ufer zu schwimmen.
  • Wenn du erschöpft bist, lege dich auf den Rücken und lasse dich mit den Füßen und mit Blick nach vorne treiben. Mit den Armen kannst du nun etwas die Richtung korrigieren und Gefahren ausweichen.

 

Nicht-gründige Wirbel

Wasser in Bewegung bewirkt eine Vielzahl von Strömungen. Dort, wo verschiedene Strömungen aufeinandertreffen, bilden sich Wirbel:

  • Zusammenfließen zweier Flüsse
  • Kehrwasser von Flusskrümmungen
  • Uferausbuchtungen
  • Buhnenbereiche sowie größere Bauwerke oder Hindernisse im Wasser

Derartige Wirbel sind nicht ortsbeständig und ziehen einen Schwimmer nicht nach unten. Wirst du von einem solchen Wirbel erfasst, kannst du dich einfach treiben lassen, bis sich die Wirkung des Wirbels von selbst verliert.

 

Gründige Wirbel

Reichen die Wirbel hingegen bis auf den Grund des Gewässers, werden sie als gründige Wirbel (Strudel) bezeichnet. Vergleichbar ist dieser mit dem Herauslassen des Wassers aus der Badewanne. Wirst du in einen gründigen Wirbel gezogen, besteht die Chance zur Rettung nur darin, am Grunde des Wirbels seitwärts wegzutauchen.

 

Bootsunfälle/Bootskenterung

 

  • Du solltest in Bootsnähe bleiben und dich am Boot festhalten, wenn dies möglich ist. Schwimme nicht zum Rand – oft ist dies zu weit und einen einzelnen Schwimmer findet man nicht so schnell wie ein Boot.
  • Du solltest ruhig bleiben und Hilfe herbeiwinken bzw. herbei Rufen.
  • Du solltest kontrollieren, ob alle Insassen da sind oder noch jemand unter dem Boot ist. Vielleicht kannst du dann helfen.
  • Nach Möglichkeit kannst du andere Insassen festhalten.

Der Versuch, das Boot wiederaufzurichten, darf nur dann unternommen werden, wenn dadurch keine Beteiligten gefährdet werden!

 

Generell sollte jeder eine Rettungsweste tragen, wenn er Boot fährt!

 

Eisunfälle (Allgemeines Verhalten auf dem Eis)

 

Informiere dich beim zuständigen Amt über die Eisdicke. Beistehenden Gewässern sollte das Eis mindestens 15 cm, bei Bächen und Flüssen sogar 20 cm dick sein, bevor du es betreten kannst. Grundsätzlich sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine auf das Eis wagen. Das Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen sollte:

  • Dunkle Stellen verraten, dass das Eis noch viel zu dünn ist. Hier droht Gefahr einzubrechen.
  • Gehst du auf Eis und es knackt, solltest du dich flach auf das Eis legen und in Bauchlage wieder ans Ufer kriechen.
  • Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten.
  • Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, stellen eine besondere Gefahr dar. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein, als auf dem Rest des Sees.

 

Selbstrettung bei Eisunfällen:

 

Brichst du ins Eis ein, solltest du sofort versuchen dich aus dieser Situation zu befreien. Wenige Minuten nach deinem Einbruch werden die Glieder steif, du kannst dich schlecht bewegen und kühlst aus. Außerdem tut die Berührung mit dem eiskalten Wasser weh. Vermeide Panik, aber versuche dich schnell zu befreien:

  • Versuche dich in Bauch- oder Rückenlage auf die feste Eisschicht zu schieben.
  • Versuche dich mit ausgebreiteten Armen vor- oder rückwärts zum Ufer hin zu bewegen.
  • Falls du es erreichst, kannst du dich mit deinen Füßen an der gegenüberliegenden Eiskante abdrücken.
  • Brich das dünne Eis ab. Wenn es wieder trägt, dann schiebe oder rolle dich flach in Bauch- oder Rückenlage auf die Eisfläche und krieche zum Ufer.
  • Bist du am Ufer, suche schnell einen beheizten Raum auf, ziehe deine Kleidung aus und Wärme dich auf.

 

Für alle Schwimmabzeichen, erhalten die Kinder zur ersten Kursstunde die Badregeln von uns. Je nachdem was für ein Abzeichen das Ziel ist, kommen noch Verhalten zur Selbstrettung (z. B. Verhalten bei Erschöpfung, Lösen von Krämpfen), Hilfe bei Bade- Boots und Eisunfällen (Selbstrettung und einfache Fremdrettung) dazu.

 

Auf den Internetseiten der DLRG www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/selbst-und-fremdrettung/ findet Ihr auch alle Informationen.

 

 

* Erläuterung zur Vermittlung der Baderegeln bei Kindern

 

Beim Prüfungspunkt „Kenntnis der Baderegeln kommt immer wieder die Frage auf, ob die Kinder die Regeln auswendig lernen müssen oder wie die Kenntnis von Baderegeln bei noch nicht lesenden Kindern (oder anderen Personen) geprüft wird?

Kenntnis von Baderegeln bedeutet, dass die Baderegeln sinngemäß durch den Prüfling verstanden worden sind. Das Verständnis kann z.B. durch Nachfragen wie „Darf ich in einem Freibad oder See baden gehen, wenn es gewittert“ oder „Was sollten wir immer tun, bevor wir schwimmen gehen?“ überprüft werden. Hierzu können auch die Baderegeln im gemeinsamen Gespräch erarbeitet werden. Das bloße Auswendiglernen und Aufsagen der Baderegeln ist damit nicht gemeint.

Bei Kindern ist es wichtig, dass die Eltern sich die Zeit nehmen, um mit den Kindern die Baderegeln zu lernen und zu verstehen. Dies ist prüfungsrelevant, da ohne Kentnisse der Baderegeln ein Kind bei der Schwimmprüfung scheitern kann.

 

 

 

 

 

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